Was ich so jeden Tag esse

Ich dachte mir, es wäre mal interessant, wenn ich aufschreibe, wie sich die Diät im Alltag gestaltet. Hier also mein tägliches Futter:

Frühstück: Eine große Portion Joghurt mit kleingeschnittenem Obst (meistens eine sehr reife Banane) und Pecannüssen, dazu ein Espresso und ungefähr alle zwei Tage ein weich gekochtes Ei (bekommt mir besser als Spiegelei, hart gekocht, Rührei etc.)

Mittagessen: manchmal warm, meistens aber Obst, Pecannüsse oder Gebäck wie etwa Kekse oder ein Muffin, dazu Käse und manchmal etwas Schinken. Zum Thema Schinken: inzwischen habe ich ein paar Sorten gefunden, die nicht Parma oder Serrano sind, meist italienisch (“Prosciutto crudo”). Nach wie vor gilt: Es sollen nur Fleisch, Salz und (wenn’s denn sein muss) Pökelsalz enthalten sein. Nach dem Mittagessen gönne ich mir einen Milchkaffee (Espresso, laktosefreie Milch, Fruktose, manchmal ein Hauch Vanille).

Abendessen: Fleisch/Fisch/Geflügel und eine große Menge Gemüse mit Butter oder Olivenöl. Vegetarisch kommt auch vor, allerdings selten. Abends und am Wochenende probieren wir aber auch andere Sachen aus wie z.B. eine Lasagne mit Zucchini-Scheiben als Nudelersatz, SCD-Pfannengerichte wie z.B. Schwertfischwürfel mit Pilzen und Tomaten u.ä. Große Favoriten sind immer noch Schweinebraten mit Zwiebelsoße und ein Hähnchen aus dem Ofen mit Apfelkompott. Zum Apfelkompott bei Gelegenheit mehr, ebenso zu den Keksen.

Zu den Hauptmahlzeiten kommen über den Tag verteilt noch zwei bis drei Snacks in Form von Käse (gerne auch Camembert), getrockneten Datteln, anderem getrocknetem Obst, Nüssen oder Keksen. Das sind alles Dinge, die man im Vorrat haben kann. Bald beginnt wieder das Semester, diesmal auch mit Bürozeiten für mich, da ich nicht mehr rein freiberuflich arbeiten werde (jippie!). Die besagten Snacks kann ich dann immer dabei haben, dazu vielleicht  noch Apfelkompott oder Muffins… Ich mache mir eigentlich keine Sorgen darum, dass das klappt.

Ach ja, das Getränk meiner Wahl den ganzen Tag über: Schorle mit rotem Traubensaft. Das bringt auch noch ein paar willkommene Kalorien und ist einfach lecker. Es gibt da so einen leckeren, edlen Traubensaft von Rewe… Saft sollte übrigens immer Direktsaft sein und nicht aus Konzentrat hergestellt. Noch so ein Fall, wo man nicht mit Zuckern rechnet und sie doch irgendwie in der Produktion hineingeschleust werden. Und da man selbst kleinste Mengen vermeiden muss…

Da sich ja schon ein paar Leute gemeldet haben, die mit SCD probieren, ihre Krankheit in den Griff zu bekommen, würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr auch kurz berichten könntet, wie denn so ein Tag mit SCD aussehen kann. Vielleicht habt Ihr andere gute Ideen? Oder sind Probleme aufgetreten? Ich freue mich, wenn Ihr Euch meldet!

23

09 2010

Neuer Stand der Dinge

So, nach fast 8 Monaten mit SCD ist es doch mal wieder Zeit für einen Stand der Dinge. Ich muss zugeben, dass ich schneller mit Ergebnissen gerechnet hatte, aber mühsam ernährt sich eben das Eichhörnchen.

Was mich sehr froh macht, ist dass mein Zustand wirklich sehr stabil geworden ist. Mein Gewicht schwankt quasi gar nicht mehr und ist für meine Größe optimal. Ich fühle mich fit und sehe auch so aus. Irgendwie ist da alles im Gleichgewicht.

Im Blutbild von letzter Woche gab es dann nur ein wirkliches Problem, und das ist immer noch die Eisenresorption. Der Eisenspeicher ist unglaublich leer – zum Glück stimmt aber im Moment wenigstens der HB noch. Aber das bedeutet, dass ich jetzt mal wieder eine Infusionskur bekomme, 6 Rationen Eisen in 3 Wochen. Da zeichnet sich sehr deutlich ab, dass all das Eisen, das ich mit der Nahrung aufnehme, einfach nicht im Körper ankommt. Ob sich das mit der Zeit regeneriert? Naja, die Infusionen sind wirklich gar kein Problem, und nach den 6 Terminen habe ich ja auch erst mal wieder eine Weile Ruhe.

Ich war sehr gespannt auf die Cholesterin-Werte, da die Ernährung ohne Kohlenhydrate ja doch zwangsläufig dazu führt, dass man viel tierische Fette zu sich nimmt. Ich esse zum Beispiel sehr viel Käse und Sahnejoghurt (natürlich laktosefrei), damit ich satt werde. Aber da gibt es gar kein Problem, alles im grünen Bereich. Und das nach so langer Zeit mit der umgestellten Ernährung. Ich finde das toll!

Aber wie steht es um die Symptome? Um es kurz zu sagen – weg sind sie nicht. Aber ich schlafe jetzt fast immer durch (wenn nicht, weiß ich immer, woran es lag: Kirschen um 23 UIhr, oder zu viel Wein oder Kaffee…). Ich hatte allerdings einen Hänger vor ein paar Wochen und habe ein paar Scheiben Brot gegessen. Auch noch ohne Belag, ich hab’s nicht mal genossen, obwohl ich Brot viel eher vermisse als Kartoffeln oder Nudeln. Immerhin hatte dieser Ausrutscher den Vorteil, dass ich direkt die Quittung dafür bekam: Richtig schlimmen Durchfall und Bauchkrämpfe. Erst da ist mir klar geworden, dass ich seit Monaten keine Bauchschmerzen gehabt hatte. Nach einer Woche war dann zum Glück wieder alles beim Alten. Klare Sache also, die besagten Kohlenhydrate bekommen meinem armen, malträtierten Darm tatsächlich nicht.

Also: Keine Schmerzen mehr, gesunder Allgemeinzustand und eine Stuhlfrequenz von inzwischen ungefähr sechmal pro Tag. Es wird, es wird.

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09 2010

Bald wieder da!

Ich habe mich sehr gefreut, dass sich einige von Euch auf der “Über mich”-Seite zu Wort gemeldet haben. Inzwischen ist einiges passiert: Ich habe viel gearbeitet und zu Beginn meines Urlaubs eine Woche mit Einstiegsdiät eingeschoben. Ich habe außerdem viele Rezepte, die ich mit Euch teilen möchte. In ein paar Tagen wird das einfacher sein, dann melde ich mich ausführlicher.
Schön, dass es SCD nicht so unbekannt ist, wie ich dachte!

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08 2010

Cocktail-Rezept

Für einen erfrischenden Cocktail für sommerliche Tage schaut einmal dieses Rezept an:

Wild Parrot

Viel Spaß damit!

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05 2010

Neuigkeitensammelsurium

So, Clostridien sind’s nicht, die mir im Weg stehen. Weiter geht’s also auf der Suche.

Heute mal ein Sammelsurium an Neuigkeiten:

1. Die perfekte Fruktose-Quelle: Auch auf die Gefahr hin, dass unsere Küche bald einem Labor ähnelt, habe ich gestern ein ganzes Kilo vom guten Zucker in der Apotheke besorgt. Und es kam doch tatsächlich in so einer Dose, die ich aus diversen Bio- und Chemie-Praktika bestens kenne. Jetzt fehlen nur noch Spatel und Präzisionswaage… ;-) Bei so einem Vorrat habe ich direkt mal umverteilt: Auf eine schöne Zuckerdose für den Tisch, auf die alte, kleine Fruktose-Dose für die Handtasche, und der Laborvorratstopf steht “dekorativ” im Küchenregal. Ich glaube, für bestimmte Backrezepte könnte das die Lösung sein, da ja Honig immer gleich auch noch Flüssigkeit mit sich bringt, die man bei den anderen Zutaten nicht immer gut einsparen kann. Der erste Rezeptkandidat dafür ist ein sizilianischer Mandelkuchen, der doch tatsächlich auch von sich aus ohne Mehl auskommt! Wir werden sehen.

2. Der perfeckte Snack: Jaja, ich weiß, eigentlich zu “advanced” für mein derzeitiges Befinden, aber einfach so lecker sind selbstgeröstete Erdnüsse. Fertige aus der Dose/Tüte kommen ja leider nicht in Frage, weil sie in der Regel mit Stärke (in kleinen Mengen, aber wir müssen eben ganz genau sein) versetzt sind. Ich habe mal vor Ewigkeiten Erdnüsse geröstet und mich jetzt wieder daran erinnert. Im Supermarkt bekommt man am ehesten bereits geröstete Erdnüsse in der Schale. Die kann man natürlich verwenden: erst schälen (auch die roten Häutchen sollten ab), dann mit ein bisschen Öl vermengen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und ab in den vorgeheizten Ofen (ca. 200°C). Darin bleiben sie dann, bis sie einen satt gelb-bräunlichen Farbton bekommen. Sofort nach dem Herausholen ordentlich salzen und ein bisschen abkühlen lassen. Ich finde, sie schmecken tatsächlich am besten, wenn sie höchstens noch lauwarm sind.

3. Die perfekte Nussquelle: Nicht nur blanchierte ganze Mandeln, sondern auch blanchierte rohe Erdnüsse und auch sonst Nüsse in allen Variationen bekommt man relativ günstig bei Ed und Fred’s Nussdepot. Sie liefern schnell und eben genau das, was man für die SCD braucht. Zwar kaufe ich gerade die Mandeln gerne auch gemahlen, aber sobald wir einen besseren Mixer haben, der die ganzen Mandeln befriedigender kleinbekommt, steige ich wieder darauf um. Gemahlene Mandeln sparen natürlich auch Zeit. Größere Mengen (bis 1kg) werden in orangen Eimerchen geliefert, in denen sich dann auch hervorragend Kekse, vorgemahlene Mandeln, Granola etc. lagern lassen. Oder selbstgeröstete Erdnüsse… ;-) Ich denke, wenn sie nur blanchiert sind, kann man die rohen Erdnüsse auch ohne zusätzliches Öl rösten – sie enthalten ja selbst genug! Mit Mandeln oder anderen Nüssen funktioniert das natürlich auch sehr gut.

4. Die perfekte Mayonnaise: Das Rezept aus BTVC ist Quatsch. Mayonnaise kann man auch ordentlich machen, ohne irgendetwas Verbotenes zu verwenden. Ganz wichtig: alle Zutaten sollen Raumtemperatur haben. Man nehme ein Eigelb (nicht ein ganzes Ei wie in BTVC angegeben) und verrühre es mit etwas Salz und mindestens einem Esslöffel Zitronensaft oder Essig. Ich nehme gern etwas mehr. Gewürzt werden kann, je nach Geschmack, auch noch mit ca. einem Teelöffel Senf, der hilft auch beim Emulgieren, und evtl. etwas Honig. Man lässt das Rührgerät weiterlaufen und lässt gaaaanz langsam etwa 150ml Öl (für mich möglichst neutral, aber auch das kann man variieren) hineinlaufen. Man geht sicher, wenn man mit Tröpfchen anfängt. Das Hineinlaufenlassen dauert auf jeden Fall über eine Minute lang. Die genaue Ölmenge richtet sich danach, wie groß das Eigelb war und wie steif man die Mayo mag. Es geht sehr fix und ist eine Bereicherung für so viele Gerichte, die ohne Soße daherkommen. Am Wochenende waren das bei uns z.B. Garnelenspieße vom Grill.

5. Der perfekte (?!) Wachmacher: Ich kann es selbst kaum glauben, aber ich habe in den letzten Wochen eine wahre Espresso-Sucht entwickelt. Da sollte man denken, dass der stärkere Kaffee jemandem mit Morbus Crohn nicht gut bekommt, aber solange ich es gut time (z.B. zum Frühstück), ist das gar kein Problem. Ich glaube auch, dass Espresso einfach aus besseren Kaffeebohnen gemacht wird als der normale Filterkaffee, den ich viel schlechter vertrage und, ehrlich gesagt, auch nicht mag. Und auch hier reagiert natürlich jeder unterschiedlich… Für mich funktioniert’s jedenfalls. Bei Eisenmangel muss man allerdings auch noch aufpassen, dass man nicht zu den eisenreichen Mahlzeiten direkt einen Kaffee hinterherkippt. Der behindert die Eisenaufnahme. Ich habe gehört, dass zwei Stunden Abstand gut sind. Ansonsten: Ab auf den Balkon, Sonne und Espresso, was braucht man mehr?

So, fertig mit den Tipps für heute. Als nächstes werde ich über den sizilianischen Mandelkuchen berichten! Und jetzt ein Tässchen Espresso…

Espresso wie er sein muss...

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05 2010

Stand der Dinge: 3 Monate Diät

Also, wie geht es mir nun nach drei Monaten ohne komplexe Kohlenhydrate?

Ich habe das Gefühl, dass meine gute körperliche Verfassung sich stabilisiert hat. Ich habe Energie, fühle mich fit und habe kaum noch Phasen, in denen mir die Kraft für die Dinge fehlt, die ich schaffen möchte. Auch die Schmerzen haben sich im Grunde verkrümelt.

Ich habe immer noch Durchfall, wenn auch die Frequenz inzwischen etwas niedriger ist. Das kann aber noch viel besser werden. Ich habe zwar damit gerechnet, dass die Besserungen schneller eintreten. Aber sie sind deutlich genug, um mich darin zu bestärken, bei der Ernährungsumstellung zu bleiben. Genau, wie es auch keine Regeln dazu gibt, welche Obstsorten jemand mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa verträgt, ist wohl auch die Zeit, die man zur Besserung braucht, individuell verschieden. Aber ich denke mir, dass ich eben auch schon lange krank bin und dass sich diese Krankheit langsam entwickelt hat. Ich gebe meinem Körper Zeit, mit den neuen Umständen zu arbeiten.

Ohne Schmerzen und mit Energie lässt es sich jedenfalls schon viel leichter leben!

Und dann waren da noch… die Blutwerte. Leider habe ich die Eisen- und Hämoglobin-Werte nicht allein durch die Ernährung in den Griff bekommen können. Das dauert natürlich immer sehr lang, und mit einem längeren Atem wäre da vielleicht mehr möglich gewesen. Aber der Hämoglobin-Wert war zuletzt noch etwas weiter gesunken, und ich möchte einfach nicht mehr Baustellen in meinem Körper haben als nötig.

Tabletten oder Kapseln eignen sich bei einem geschädigten Darm nicht, um den Eisenmangel aufzufangen, da die ohnehin schlechte Eisenresorption insbesondere bei Morbus Crohn noch weiter eingeschränkt ist. Daher bekomme ich jetzt Eisen per Infusion, damit haben wir schon einmal gute Erfahrungen gemacht. Ich bekomme erstmal 6 “Rationen”, dann sind wir sicher schon ein gutes Stück weiter. Und natürlich ernähre ich mich weiterhin so eisen- (und Vitamin C-)reich wei möglich.

Ansonsten haben sich die Entzündungswerte etwas gebessert, was mich natürlich freut. Nächste Woche bekomme ich außerdem das Ergebnis einer Untersuchung auf Clostridium difficile. Ich denke ja immer noch, dass es neben der Grunderkrankung vielleicht noch andere Faktoren gibt, die eine schnellere Verbesserung der Symptome durch die Ernährung nach der SCD zusätzlich behindern. Sollte sich Clostridium diff. finden lassen, haben wir jedenfalls noch einen Ansatzpunkt. Und wenn es das nicht ist, suche ich einfach weiter. Eine chronisch entzündliche Krankheit zu haben, verschafft einem wirklich ein Großprojekt, oder? Ob man nun will oder nicht… ;-)

Langsam, langsam geht es voran. Ich bin sehr guter Dinge, dass ich bald noch mehr Positives zu berichten habe!

25

04 2010

Antipasti-Salat

Jippie, die Balkon-Saison ist nun wirklich eröffnet. Heute haben wir alles sauber gemacht, die Kästen bepflanzt, Thymian und eine Paprika-Pflanze in Töpfe gesteckt (weitere Kräuter sollen folgen) und abends ganz erschöpft das herrliche Wetter genossen. Unser Balkon ist sehr geschützt und hat Tonfliesen, die die Wärme speichern. Das ist jetzt im Frühling besonders schön, weil wir auch noch auf dem Balkon sitzen können, wenn die Nachbarn sich langsam nach drinnen verkrümeln, weil es ihnen zu kühl wird.

Mit der Balkon-Saison fängt natürlich auch die Grill-Saison an, was für das SCD-Kochen viel Abwechslung bringt, weil auf dem Grill (wir haben einen elektrischen mit gusseisernem Rost) vieles schnell, gesund, fettarm und schonend zubereitet werden kann. Daraus ist dann auch die Idee zum Salat entstanden, den Ihr jetzt hier in der Rezepte-Sammlung finden könnt. Das Schöne: Ich habe ihn zu einer Party mitgebracht und fand ihn nicht nur selber sehr lecker, sondern bekam dafür auch viel positives Feedback. Es ist ein sättigender Salat, obwohl weder Nudeln noch Kartoffeln drin sind. Und reine Rohkost-Salate sind ja leider nicht so schonend für den Darm, daher ist dieser Salat wirklich eine gute Alternative. Für ein kleines Mittagessen kann man ihn mit etwas Hähnchenbrust oder Thunfisch noch gehaltvoller machen.

Der Salat besteht aus gegrillten Gemüsen, ein bisschen frischer Tomate und einem Dressing aus Essig, Öl, Joghurt, etwas Senf und Gewürzen. Ich habe mich erst einmal daran sattgegessen und später noch ein paar Monstercookies aus der Handtasche gezaubert. Seit Beginn der Diät war das die erste Party, bei der ich mich nicht darüber geärgert habe, dass ich andere Dinge nicht essen konnte. Käse ist übrigens auch etwas, was man gut zu Parties mitbringen kann. Das übliche Brot dazu kann man ja sehr gut weglassen.

Für die nächste Party bin ich auf jeden Fall gerüstet!

Morgen gibt’s übrigens auch einen Stand der Dinge. Immerhin sind es dann drei Monate SCD für mich.

24

04 2010

Pilze statt Pasta?

Ich habe vor ein paar Wochen zwei Kochbücher bestellt, die viele wunderbare SCD-Rezepte enthalten (“Grain-free Gourmet” und “Everyday Grain-free Gourmet” von Jodi Bager und Jenny Lass, beide bei Whitecap erschienen). Auf der Suche nach Ersatz für Nudelgerichte sind die beiden Autorinnen auf Enoki-Pilze gestoßen. Ich liebe Pilze, kenne auch diese japanische Variante und kann mir gut vorstellen, dass man die wunderbar mit Pasta-Soßen kombinieren kann. Weil sie nur winzige Köpfe und dafür sehr lange, weiße Stiele haben, sind es dann im Grunde Pfusch-Spaghetti.  Es gibt nur ein Problem: Enoki-Pilze sind hier relativ schwierig zu bekommen, ziemlich teuer und halten sich auch nicht gerade lang.

Also dachte ich mir, versuche ich es doch einfach mit einer robusteren und immer verfügbaren Pilzsorte und kaufte sehr appetitlich aussehende braune Champignons. 200g davon habe ich dann in dünne Scheiben geschnitten (Stifte wären wahrscheinlich noch näher am Nudel-Feeling) und habe sie in meiner größten Pfanne in etwas Butter und Olivenöl goldbraun gebraten. Sie bekommen dann soetwas Nussiges. Hier ein Tip an die SCD-Gourmets da draußen:  Don’t crowd the mushrooms, or they won’t brown. Hach ja, so sprach Julia Child, und natürlich behielt sie mal wieder Recht. Deswegen also die größte Pfanne ;-)

Als die Pilze im Grunde fertig waren, habe ich sie gesalzen, eine Handvoll geviertelte Cherry-Tomaten und ein bisschen zerrupften Serrano-Schinken (tatsächlich ohne Zucker!!!) mit in die Pfanne gegeben, kurz durchgeschwenkt und vielleicht noch eine Minute auf der Platte gelassen. Dann noch frischen Basilikum dazu und Cheddar darüber gerieben, und ich hatte ein sehr, sehr leckeres Mittagessen, dass ich genauso mit Nudeln statt der Pilze hätte zubereiten können. Soßen-Experimente folgen demnächst. Zum Abendessen habe ich dann noch einmal Pilze gebraten und sie zu Schweinefilet-Medaillons, Zwiebelsoße und Möhren gegessen. Herrlich!

Ich denke, man könnte die Pilze vielleicht auch kochen, dann schmecken sie etwas neutraler – eben ähnlich wie Pasta, bei der es ja auch mehr um die Soße geht. Ich probiere das mal aus, auch weil es etwas schonender für den Bauch sein dürfte, und berichte dann.

Noch kurz zum Serrano: Ich habe Aufschnitt sehr vermisst, v.a. weil ich wegen meines Eisenmangels nicht so oft Käse essen sollte. Milchprodukte behindern nämlich die Eisenaufnahme. Und Muffins immer nur süß essen, das ging mir recht bald auf die Nerven. Es gibt tatsächlich in allen Supermärkten, die ich abgeklappert habe, genau drei Möglichkeiten, Aufschnitt ohne Zucker, Glucose-Sirup, Laktose etc. zu kaufen (Unglaublich, oder? Wer würzt denn bitte Fleisch mit Zucker???):  Serrano- oder Parma-Schinken, außerdem noch einen bestimmter Aoste-Schinken.  Alle drei sind luftgetrocknet und enthalten nur Fleisch, Salz und Pökelsalze. Aber auch hier muss man in jedem Fall überprüfen, dass nicht doch Zucker auf der Zutatenliste auftaucht. Es gibt da von Marke zu Marke Unterschiede. Was ich noch nicht ausprobiert habe, ist bei einer Metzgerei nachzufragen. Das kommt auch auf die to-do-Liste.

So, mal wieder ist es sehr spät geworden. Zeit, meinen Bauch im Schlafe weiterheilen zu lassen ;-)

14

04 2010

Ostern ohne Schokolade

… war gemein. Auch das leckere, frische Brot, das durch die Gegend duftete, und alles, was dazugehört, musste ich weglassen. Gemein. GEMEIN!!! Aber inzwischen tröste ich mich mit leckeren Monsterkeksen, die ich vorher nicht ausprobiert hatte, weil sie größere Nussstücke enthalten, die man ja eigentlich erst nach Besserung in die Diät einführen soll. Aber ich brauchte ein bisschen Belohnung und schiebe es ein bisschen vor mir her, noch einmal für ein paar Tage zur Einstiegsdiät zurückzugehen. Ich glaube, es täte mir sehr gut. Aber das Semester fängt gerade wieder an, es gibt jede Menge Arbeit, und die Diät ist auch ohne die sehr strengen Vorgaben für den Anfang schon hart genug. Also warte ich noch ein bisschen ab, vielleicht bis zu den nächsten Feiertagen? Pfingsten? Mal schauen.

In der Zwischenzeit habe ich jedenfalls ganz viel im Internet recherchiert und wieder so viel englisches  Material gefunden! Es gibt eine ganze Reihe Blogs, die ich lese, und sogar Koch- und Backvideos, in denen erfahrene SCDler zeigen, wie sie z.B. eine Art Sandwich-Brot machen. Ich habe mir das angesehen und dachte: Das musst Du eigentlich auch machen! Allerdings fehlt es mir noch etwas an der Ausrüstung. Ich gucke mal, was sich da machen lässt.

Noch etwas Interessantes: Ich kenne tatsächlich bislang niemanden mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa persönlich, da ich in keiner Selbsthilfegruppe bin. Aber jeder, dem ich vom Blog erzähle, kennt irgendwen, der ähnliche Probleme hat wie ich. Ich frage mich, ob das anderen Betroffenen auch so geht? Irgendwie bizarr. Aber ich freue mich dann natürlich und bitte meine Bekannten, die Adresse meiner Seite weiterzugeben. Vielleicht schaut ja jemand mal vorbei?

So, ein produktiver Tag geht zu Ende: In der Küche stapeln sich Monstercookies, ein Blech voll Granola (eine Nüsse-Knusperei für den Joghurt, die man im Ofen macht) wartet darauf, probiert zu werden, frischen Joghurt habe ich auch gerade in den Kühlschrank gestellt, damit ich ihn morgen essen kann, und – (Tusch)- ein paar Gläser Apfelwackelpudding. So kann man doch in die Woche starten! Muffins lasse ich jetzt mal weg, da ich sie langsam nicht mehr sehen kann. Das kommt nach einer kleine Pause bestimmt wieder. Ein paar Rezepte poste ich dann in den nächsten Tagen. Und jetzt ab ins Bett!

12

04 2010

Hähnchen wie früher

Heute war es mal wieder an der Zeit, sich etwas zu gönnen. Ich habe ein Hähnchen mit etwas  Butter eingepinselt und gesalzen und in den Ofen geschoben. Zwischendurch habe ich es ein paar mal gedreht und mit der Flüssigkeit aus der Form bestrichen, und nach etwa zwei Stunden hatten wir den herrlichsten Hähnchenbraten, den man sich denken kann. Es ist ja so einfach, den zu machen, und es erinnert mich so an meine Kindheit. Nur ganz selten gab es bei uns zu Hause Hähnchen, aber wenn, dann duftete es durchs ganze Haus, und ich konnte gar nicht abwarten, bis es endlich an den Tisch ging und ich hoffentlich einen Hähnchenschenkel abgekam… Ich liebe es! Und das ist einfach Futter für die Seele. Außerdem mag mein Bauch es auch, das bisschen Butter macht da ja wirklich nichts. Nach zwei Stunden bei 200°C ist es auch wirklich sehr gar und der Darm hat kaum noch Arbeit damit.

Übrigens gehen die meisten Versuche, neue Gemüse in die Diät einzuführen, eher schief – wenn auch meist nicht mit schlimmen Folgen. Rote Bete, Spinat und Konsorten müssen also wohl noch warten, während ich mich schön weiter an die lieben Möhren halte. Pilze gehen dafür wunderbar, auch Zucchini und ausgerechnet Paprika, bei denen ich wirklich gedacht hätte, dass sie Probleme machen. Übrigens, das Photo hinterm Header stellt nicht etwa ein paar Darmschlingen dar, wie ich jetzt öfter als Vermutung gehört habe: Das sind Möhrenscheiben, da die mich von Anfang an in der Diät begleitet haben. Vielleicht sollte ich einmal das Bild wechseln…

25

03 2010